Rundum Naturmensch
Alfons Mayer (*07.11.1938)
Alfons Mayer wurde am 7. November, 1938 in Schorn geboren. Er war das vierte Kind, es kamen drei weitere Geschwister dazu. Kleinwüchsig, dafür aber zäh und kraftvoll, lernte Alfons recht früh von seinem Großvater standhaft zu bleiben und sich nicht einschüchtern zu lassen. Am ersten Schultag, als die Schwester Oberin auf Grund seiner Größe sich weigerte den Alfons in die Schule aufzunehmen, bestand sein Großvater darauf; die Oberin gab nach und somit begann für Alfons der tägliche Gang von Schorn nach Pöttmes in die Schule, barfuß bis zum ersten Schneefall.
Der Umgang mit den anderen Kindern war schwierig, Alfons wurde gehänselt, selbst Lehrkräfte machten sich über ihn lustig. Als der Pfarrer mitbekam, dass die Kinder Alfons „Wackel-Mayer“ nannten, schimpfte er und ließ Alfons bei einem Wettkampf seine Kraft beweisen. Mit den Worten seines Großvaters im Ohr, „Junge du hast Muskeln, du hast Kraft, lass dir nichts gefallen“ und vom Pfarrer unterstützt, überlistete Alfons seinen Gegner und verschaffte sich Respekt. Nie wieder verspotteten ihn seine Mitschüler.
Alfons Vater war bei Baroness Eleonore von Herman als Forstarbeiter angestellt. Als Kind verbrachte Alfons viel Zeit mit seinem Vater im Wald und entdeckte seine Liebe zur Natur. Im Wald fühlte er sich wohl. Er beschäftigte sich mit den Füchsen und zähmte sogar einen Raben. Diese Naturverbundenheit bestimmte auch später seinen Beruf.
Nach seinem Schulabschluss arbeitete Alfons ein Jahr lang in der Landwirtschaft. Dann nahm er als Nachfolger seines Vaters eine Holzfäller Stelle in der Forstwirtschaft an. Die Arbeitsbedingungen waren gut, er war mitten in der Natur und wunschlos glücklich. Forstarbeit ist Saisonarbeit. Im Winter war Alfons fast täglich im Schloss. Dort erledigte er für Baroness Eleonore sämtliche Hausmeisterarbeiten und half sogar beim Bedienen.
Mit 18 Jahren wurde er in die Bundeswehr eingezogen. Die Grundausbildung machte er in Neuburg. Diese Zeit hat Alfons stark geprägt. Er machte seine erste Erfahrung mit Kameradschaft und lernte Anstand, Ordnung und Höflichkeit. Seine kleine Statur störte nicht weiter, er war mit sechs anderen kleinwüchsigen Soldaten in einer Stube, die sogenannte „Zwergstube“. Für den wöchentlichen Heimaturlaub gab Alfons stets „Kirchgang“ als Grund an. Das beindruckte den religiösen Kompaniechef, der auch Heimurlaub genehmigte, wenn Alfons auf dem heimischen Hof mithelfen musste.
Der Kirchgang wurde tatsächlich zum Schauplatz der ersten Liebe. Auf dem Weg in die Kirche begegnete Alfons in Klingsmoos Hermine Schmildl. Sie kamen ins Gespräch und eine Verbindung entstand. Später nahm Hermine eine Stelle als Hausmädchen bei der Druckerei Schlaegel in Pöttmes an. Alfons und Hermine wurden ein Paar. Es vergingen zwei Jahre, Hermine wechselte den Arbeitgeber und kam bei Rupp & Taurig unter. Um seiner Braut näher zu sein, brach Alfons seine Forstarbeit ab und ging auch zu Rupp & Taurig. Das war eine sehr kurze Geschichte. Die Arbeit in der Fabrik taugte Alfons ganz und gar nicht; es dauerte nicht lange bis er zurück in seinem geliebten Wald die Forstarbeit wieder aufnahm. Das Paar heiratete und bezog eine Wohnung, die Baroness Eleonore zur Verfügung stellte. Später baute Alfons in Schorn ein Eigenheim. Anfang der 70er Jahre zog Familie Mayer mit den zwei Kindern ein. Dort wohnt Alfons heute noch.
Alfons Mayers Leben bezeugt sein unermüdliches Engagement. Er diente 32 Jahre als Feuerwehrkommandant, war 30 Jahre Kreisbrandmeister, diente eine Periode im Gemeinderat Schorn und sang im Schorner Kirchenchor. Seit 1964 ist er Mitglied und Ehrenmitglied im Schorner Schützenverein. Dass Alfons stets naturverbunden ist, sieht man an seinem wunderschönen, gepflegten Garten. Er ist gesellig und erzählt gerne von früher. Im Herrgottswinkel in seiner Stube umgeben von Familienfotografien strahlt er Zufriedenheit aus. Am meisten Freude bereiten ihn seine fünf Enkelkinder und drei Urenkel. „An ihnen habe ich den größten Spaß“, sagt der 87-Jährige mit einem Lächeln.










